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Ende der 40er bzw. Anfang der 50er Jahre begann die große Blütezeit Hannovers zur Radhochburg. Sie dauerte zwar nur knapp 15 Jahre, aber in dieser Zeit wurde in Hannover ein großes und wichtiges Kapitel Radsportgeschichte geschrieben. Alles in einer Art und Weise und mit einer Begeisterung, die es heute leider nicht mehr gibt und nur noch Legende ist. Selbst die großen Zuschauermassen, auf deren Welle der Begeisterung die Fahrer in den großen Rennen erbittert um den Sieg kämpften, bleiben wehmütige Erinnerungen. Nicht nur der RV Zugvogel schrieb dieses einmalige Kapitel hannoverscher Radsportgeschichte. Hannover hatte Anfang der 50er Jahre nicht weniger als neun Radsportvereine, deren Amateurkader teilweise bis zu 18 Fahrer umfassten.

Die großen Rennen entwickelten sich bei einem solchen Großaufgebot an hannoverschen Fahrern zu regelrechten „Radsportschlachten“, umrahmt von Zuschauermassen, die heute kaum noch vorstellbar sind und viele der damaligen Stars haben auch heute noch einen guten Namen. Oft erscheinen sie noch als Besucher an den Rennstrecken oder sind sogar noch als Funktionär im Radsport tätig.

So z. B. Horst Dreske, Wolfgang Riecke, Manfred Herms, Willi Funke (alle Schwarz-Weiss Hannover), Wolfgang Gruppe. Karl Pinkermeil (Dürkopp-Concordia), Karl-Heinz Heinelt, Hanns Brinkmann, Rudi Pfützenreuter, Waldemar Knigge, Werner (Möppel) Mielenz, Bernd Hardege (alle Zugvogel), Willi van der Velde, Heinz Wegener, Wolfgang Kruskop (alle Grün-Weiß) Adolf Stamme (Stahlrad Laatzen).

Bedauerlicherweise war es aber gerade diese Zeit bis 1958, in der viele Niederschriften und Protokolle von Jahreshauptversammlungen fehlen, so dass die Aufzeichnungen zu einem großen Teil auch aus dem Gedächtnis des Chronisten erfolgten, und die Chronik hauptsächlich eine Aufzählung der zahlreichen Erfolge darstellt. Die vielen Siege und Platzierungen einzeln herauszustellen, würde nur eine Wiedergabe der Chronik sein. Zwei Ereignisse, nämlich zwei Deutsche Meisterschaften, überragten den Erfolg gewohnten Rahmen des RV Zugvogel. In Solingen wurde 1953 Otto Gremblewski auf einer sehr schweren Strecke Deutscher Jugendmeister und am 22.07.1956 wurde Hanns Brinkmann Deutscher Meister bei den Amateuren. Für ihn fand eine große Ehrung mit hannoverscher Radsportprominzenz im „Haus des Sports“ statt.

Es taucht auch immer wieder die uralte Frage auf, ob die Rennfahrer in den früheren Jahren, und speziell in der goldenen Ära nach Gründung der Bundesrepublik mehr leisten mussten als heute. Nun, man kann sich nicht unbedingt darauf festlegen, aber es gibt durchaus einige Punkte, die dafür sprechen. Abgesehen von den Straßenverhältnissen, viele Straßen bestanden damals noch aus Kopfsteinpflaster, dem wesentlich schwereren Material und gänzlich anderen Rahmenkonstruktionen (Gabel und langgezogener Hinterbau), war auch der sportliche Teil ungleich schwerer. So fanden z.B. beim Aufstieg in die nächst höhere Klasse nur Siege und Platzierungen in Rennen ab 100 km Berücksichtigung.

Die Fahrer standen damals somit unter einen wesentlich höheren Leistungsdruck. Wer da B- oder sogar A-Fahrer war, der musste schon etwas geleistet haben.

Andererseits sind die Rennen heutzutage schneller geworden, wie sich auch in den obengenannten Kriterien vieles im Lauf der Zeit geändert hat, so dass ein sicherer Vergleich nicht gewährleistet ist.

Es gab aber auch Dinge, die heute, mehr als 50 Jahre danach (noch) wieder aktuell sind. So gab es beispielsweise schon damals ein „Erich-Möller-Team“, natürlich nicht offiziell und längst nicht zu vergleichen mit einer Sportgruppe heutigen Zuschnitts. Zumal die Fahrer immer in den Trikots für den jeweiligen Verein starteten, und auch das Werbeverbot wesentlich strenger ausgelegt wurde, als es heute der Fall ist. Es waren eben alles Fahrer, die auch tatsächlich bei der Firma Erich Möller beschäftigt waren und auf diese Art und Weise ihre Unerstützung bekamen; etwa in der Form eines arbeitsfreien Nachmittages, der zum Trainieren genutzt werden konnte oder einmal einen Reifen usw. Also längst nicht in der heute üblichen Form mit der entsprechenden finanziellen Unterstützung. Aus diesem Team entwickelte sich dann später auch die sogenannte „Schwarze-Bären-Truppe“, für Kenner der hannoverschen Radsportszene fast schon ein feststehender Begriff.

Und was gab es nicht alles für bedeutende Rennen, die teilweise bis in die 60er Jahre ausgetragen wurden. Da waren u.a. der „Große Erich-Möller-Preis“ und der „Große Bauer-Preis“ (gestiftet von den Bauer-Fahrradwerken).  Letzterer ging sogar über zwei oder drei Etappen: ein Zeitfahren, ein Rundstreckenrennen am Lindener Berg und dann ging es noch über etwa 160 km durch den Deister.

Es gab den „Neue-Woche-Preis“ und natürlich den traditionellen Saisonauftakt „Quer durch die Lüneburger Heide“, kurz „Quer durch“ genannt. Es war eigentlich das erste Rennen im Jahr und lief fast parallel zu „Köln-Schuld-Köln“. Dann waren da noch „Hannover-Bremen-Hannover“ und „Bielefeld-Hannover-Bielefeld“. Also Hannover war mit radsportlichen Top-Ereignissen zumindest in den 50er Jahren reichlich verwöhnt. Dazu kamen dann aus Mangel an Radrennbahnen noch die Aschenbahnrennen, die mit Bahnmaschinen (Vorderrad mit Drahtreifen) gefahren wurden und die Paradedisziplin im Mannschaftssport – das 100 km Mannschaftsrennen (erst mit sechs, später mit vier Fahrern).

Die Strecken waren u.a. „Hannover-Bückeburg-Hannover“ oder „Hannover-Ahlden-Hannover“. Es bedarf natürlich keiner Frage, dass von den Vereinen an Fahrern aufgeboten wurde, was Rang und Namen hatte. Aber auch hier hinkt ein Vergleich zu heute, denn obwohl die damaligen Spitzenmannschaften wie Schwarz-Weiß Hannover, RC Diamant (heute Blau-Gelb-Langenhagen) und zuweilen auch der RV Zugvogel hervorragende Zeiten gefahren sind, so würde heute z. B. kaum ein solcher Wettbewerb auf Kopfsteinpflaster stattfinden.

Aber trotzdem wurde auch damals schon sehr beachtliches geleistet, zumal bis Anfang der 50er Jahre der Gedanke an Verpflegung noch im Vordergrund stand. Ein Punkt, den man nie vergessen, geschweige denn unterschätzen sollte.

Zu den Top-Ereignissen, die heute wieder aktuell sind, zählt auch der „Große Conti-Straßenpreis“. Hier lohnt sich tatsächlich der Vergleich des Rennens von 1952 mit einem „Grüne-Band-Rennen“ der heutigen Zeit. Vor dem Krieg führte dieses bedeutende Rennen immer von Korbach nach Hannover, und erst in der Nachkriegszeit war Hannovers Umgebung der Austragungsort.

Das Ziel war damals wie heute die Straße am Maschsee. Vorweg muss noch erwähnt werden, dass die Continental-Werke damals tatsächlich viel für den Radsport getan haben und ein eifriger Förderer war. Allen voran der viel zu früh verstorbene Generaldirektor, Ernst Fellinger, dem zu Ehren der Straßenpreis von 1952 als Gedächtnisrennen ausgeschrieben war.

Der Ausrichter war auch damals schon der Radsportverband Niedersachsen, gespickt mit Persönlichkeiten aus den hannoverschen Radsportvereinen. Mit den Direktoren Wilhelm Garbe, Karl Deusing, Ernst Mühe (Werbeleiter der Continental) bot die Conti allein schon drei leitende Persönlichkeiten für den Ehrenausschuss dieses Radrennens auf.

Dann waren da noch als Funktionäre Heinrich Bartels, Karl Krause, Hanns Brinkmann (RV Zugvogel), Heinz Ewert (auch heute noch dabei), Friedel Müller, Gustav Windheim (RV Zugvogel), Heinrich Lovermann (Vorsitzender Radsportverband Niedersachsen), Willi Dreyer, Walter Goerke, Karl Hebel (RV Zugvogel), Fritz Lüderitz (RV Zugvogel), Emil Lattemann (RV Zugvogel), Willi Sölter (Blau-Gelb), Hermann Wilhelms (Schwarz-Weiß) u.a.

An jeder Litfaßsäule, an Bäumen und Häusern, Schaufenstern usw. warben Plakate für das bevorstehende Großereignis. Die Tageszeitungen berichteten schon Tage vorher in großen Artikeln, stellten die Favoriten vor, gaben die Marschtabelle bekannt und brachten Streckenskizzen. Allein das ist schon ein gravierender Unterschied zu heute. Denn viele haben bei der äußerst geringen Berichterstattung gar nicht mit bekommen, dass der „Große-Conti-Preis“ läuft. Aber so ändern sich die Zeiten, wie sich eben so vieles änderte, zum Beispiel die Streckenlänge, die Startzeiten und die Teilnehmerfelder.

Damals betrugen die Streckenlängen 195,5 km (später 173,4 km) für die A/B-Klasse und 162 km für die C/D-Klasse und es gab Austragungen, die bis auf 240 km ausgedehnt waren. Die A/B-Klasse startete um 6.15 Uhr und bereits um 5.30 Uhr ging das riesige Feld der etwa 235 C/D-Fahrer auf die lange Reise. Das sind natürlich Verhältnisse, die heute undenkbar wären. Zumal dann noch rund 150 Jugend A-Fahrer (heute Junioren) und etwa 30 Jugend-B-Fahrer hinzukamen. Es lohnt sich schon einmal ein Rennen der damaligen absoluten Spitzenklasse mit einem „Grüne-Band-Rennen“ von heute zu vergleichen. Die geringe Zuschauerbeteiligung von heute, als Folge der im Laufe der Zeit geänderten Verhältnisse und die „Kühlschrankatmosphäre“ betreffs der Begeisterung am Straßenrand sind natürlich keine Größenordnung für einen Vergleich zu damals.

In der Jahreshauptversammlung am 02.02.1958 legt der langjährige Kassierer und Verfasser der Chronik von 1945 an, Emil Lattemann, seine Ämter nieder und übergibt dem Verein einen Schrank, „damit sämtliche Preise wieder zur Geltung kommen“ (Zitat Chronik).

Ob es sich dabei um den Trophäenschrank aus unserem heutigen Clubhaus handelt, ist nicht bestätigt worden. Damals wurde unser heutiger Ehrenvorsitzender Reinhard Kramer  als Schriftführer erstmals in den Vorstand gewählt.

Noch etwas Bemerkenswertes gab es 1958. Das Rennen in der Eilenriede konnte Otto Gremblewski ganz klar gewinnen (13.04.1958). Nur trug er dabei auf Mütze und Rennhose die Reklameschrift einer italienischen Fahrradfirma und das Bild aus der Eilenriede erschien auf der Titelseite des „Radsports“. Deutsche Firmen nahmen Anstoß daran und Otto Gremblewski wurde daraufhin ein halbes Jahr gesperrt. Er hängte aus Verärgerung sein Rad an den berühmten Nagel.

Am 28.09.1958 veranstaltete der RV Zugvogel auf dem Schützenplatz erstmalig den „W.O.P.-Preis und Werbepreis des RV Zugvogel“. Diese Veranstaltung wurde sowohl in sportlicher als auch in werbemäßiger Hinsicht ein großer Erfolg vor mehr als 10 000 Zuschauern. Ein Traum im Vergleich zu heute.

Nach 1958 entstand erneut eine große Lücke in der Berichterstattung und erst 1967, am 10. November wurde diese Chronik fortgeführt – durch Reinhard Kramer, zu einem Zeitpunkt, als in der Vereinsgeschichte entscheidende Weichen gestellt wurden.

1959 wurde Emil Lattemann, der bisherige Kassierer und Chronist, 1. Vorsitzender. Zusammen mit Julius Schild (2. Vorsitzender), Karl-Heinz Heinelt (Jugend- und Sportwart), Heinrich Ihsen (Kassierer), Reinhard Kramer (Schriftführer und Pressewart), Karl Schäfer (Wandersport) und Ewald Dämmer (Materialwart) bildete er den neuen Vorstand. Als prominenten Neuzugang kam Georg Piepenbrink, einer der erfolgreichsten niedersächsischen Amateure der damaligen Zeit zum RV Zugvogel.

In jenem Jahr erreichten Georg Piepenbrink und Reinhard Kramer als einzige bei den Amateuren einige Platzierungen. In den Jugendklassen waren Jürgen Kramer, Klaus Ihsen und Raimund Hakenberg einige Male erfolgreich.

Auch die Clubmeisterschaft dieser Zeit war interessant. Drei Meisterschaftsläufe gab es in manchen Jahren auch damals schon. So wurde 1959 der 2. Lauf über 100 km „Rund um den  Deister“  ausgetragen.  Es   siegte  übrigens   Reinhard  Kramer  nach  Alleinfahrt mit 4 Minuten Vorsprung. Der 3. Lauf war ein Einzelzeitfahren über 50 km. Man stelle sich einmal vor, Einzelzeitfahren über 50 km – Schinderei und Herausforderung bzw. Faszination zugleich (heute wieder Disziplin einer Deutschen Meisterschaft).  Ein sicheres Zeichen dafür, dass auch eine Clubmeisterschaft damals einen ganz anderen Stellenwert als heute hatte und dass dafür erbittert gekämpft und gelitten werden musste.

In der Jahreshauptversammlung 1960 im Vereinslokal „Behrends“ an der Glocksee wurde fast der gleiche Vorstand wiedergewählt. Nur Reinhard Kramer war jetzt Kassierer und sein Bruder Jürgen Kramer wurde Schriftführer. Letzterer konnte in jenem Jahr das Rennen „Rund um den Prinzenpark“ in der Jugend A (heute Junioren) gewinnen. Sein Bruder Reinhard belegte vier Tage nach seiner Hochzeit einen schönen 3. Platz in Gifhorn beim „Rennen der 1000 Kurven“.

>Helge Hebel absolvierte seine Dienstzeit bei der Bundeswehr, Ehrenmitglied Dr. Walter Wülfing erhielt das Große Bundesverdienstkreuz und Ex-Weltmeister, Erich Möller, übernahm beim BDR das Amt des Sportausschussvorsitzenden.

Neu im Vorstand 1961 waren Helge Hebel als Jugendwart und Jürgen Bohle als Schriftführer, und dieses Jahr sollte ganz entscheidend sein, denn es war das Vorbereitungsjahr zum 50-jährigen Bestehen 1962 einerseits und andererseits war es gekennzeichnet durch Differenzen im Vorstand und zwischen Vorstand und Sportlern.

Trotzdem wurde das 50. Stiftungsfest am 24. Februar 1962 in den Casino-Sälen in der Kurt-Schumacher-Straße eine rauschende Jubiläumsfeier, die vielen noch lange in Erinnerung blieb. Doch als wenn dieses Jubiläumsjahr Abschluss und Neuanfang zugleich sein sollte, wurde auf der Jahreshauptversammlung ein sehr junger Vorstand gewählt, der beispielhaft und wegweisend für die anderen hannoverschen Clubs sein sollte. Es begann jetzt die Phase, in der sich die „Goldene Ära“ des hannoverschen Radsports langsam dem Ende neigte. Im Jubiläumsjahr wurde folgender Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender   Karl-Heinz Heinelt   Sportwart   Helge Hebel
2. Vorsitzender   Reinhard Kramer   Wandersport   Jürgen Bohle
Kassierer   Ewald Dämmer   Schriftführer   Achim Krauße

„Der RV Zugvogel nahm im Jubiläumsjahr wieder einen Aufschwung in jeder Beziehung. Dem jungen Vorstand war es gleich im ersten Jahr seiner Tätigkeit gelungen, für den Verein eine neue Veranstaltung ins Leben zu rufen. Am 6. Mai 1962 rollte durch die Straßen der Stadt Gehrden der „1.Bürgerpreis der Stadt Gehrden“, der für den Verein und damit für den jungen Vorstand zu einem schönen Erfolg wurde“ (Zitat Chronik). Alles in allem stand fest, dass der Verein mit seiner Verbindung zwischen Jugend und Tradition auf dem richtigen Weg war und dass dieser junge Vorstand, besetzt mit Idealisten, gute Arbeit leistete. Dieser Vorstand wurde auf den folgenden Jahreshauptversammlungen bis in das Jahr 1965 ohne Änderungen wiedergewählt.

Im Frühjahr 1965 übernahm Karl Hebel wieder den Vorsitz des RV Zugvogel, nachdem Karl-Heinz Heinelt nach Braunschweig verzog und somit aus dem Vorstand ausschied. Alle anderen Posten blieben in der gleichen Besetzung erhalten. Doch trotz der Achtungserfolge, sowohl auf sportlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene, ließ sich die Flaute im Vereinsleben nicht mehr verdecken. Nur ein Jugendfahrer bestritt beispielsweise 1963 noch Rennen für die Farben des Vereins. Die Zeit der harten und einsatzfreudigen Sportler war vorbei und die große Zeit des hannoverschen Radsports ging unweigerlich zu Ende. Auch die älteren Vereinskameraden zogen sich mehr und mehr aus dem Vereinsleben zurück und auch Stiftungsfeste und andere gesellschaftliche Veranstaltungen hatten längst nicht mehr die Resonanz vergangener Zeiten.

„Überhaupt war die Lage im Radsport nicht sehr vielversprechend. Die Jugend zeigte mehr Interesse an der Motorisierung und den vielen anderen  lockenden Angeboten, als sich dem harten Training des Radsports zu unterwerfen.

Zum anderen waren es nur wenige Idealisten, die gewillt waren, die Ehrenämter in den Vereinen zu bekleiden, so dass es eine zwingende Notwendigkeit wurde, einige Vereine zusammenzuschließen, um somit wirksamer für den Radsport arbeiten zu können.

Darum stimmte auch die Hauptversammlung am 17. Dezember 1964 einem Antrag des Vorstandes zu, einen Zusammenschluss mit dem BC Albatros herbeizuführen“ (Zitat Chronik). Doch diese Verhandlungen überdauerten fast die gesamte Saison 1965.

In jenem Jahr wurde bereits das Eröffnungsrennen von beiden Vereinen gemeinsam durchgeführt, und auch sportlich gab es beachtenswerte Erfolge. Nach mehr als 10jähriger Pause erhielt Hannover wieder eine Radrennbahn und auch hier konnten Reinhard Kramer, Helge Hebel und Heinz Holze einige gute Rennen fahren. Reinhard Kramer gewann nach der Meisterschaft auf der Straße auch die Bahnmeisterschaft des RV Zugvogel, die als Omnium ausgetragen wurde.

Als mitten in der Saison der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende, Konrad „Tonne“ Grewe verstarb, wurde spontan das Jugendrennen in Gehrden als „Konrad-Grewe-Gedächtnisrennen“ proklamiert. Überhaupt Gehrden: Durch die große internationale Besetzung, der perfekten Organisation und den fast 10 000 Zuschauern war der RV Zugvogel auch als Veranstalter groß in Erscheinung getreten. Die Werbeerfolge blieben nicht aus und der Zuspruch von Jugendlichen war überraschend groß.

Bereits einen Tag nach der vom RV Zugvogel veranstalteten Bezirksmeisterschaft am 19.09.1965 fand die Fusionsveranstaltung der beiden Traditionsvereine RV Zugvogel von 1912 und BC Albatros von 1897 statt. Der neue Name

Radsport-Vereinigung ZUGVOGEL - ALBATROS von 1912 e.V.

drückt die Tradition und ruhmreiche Vergangenheit beider Vereine aus. Der folgende Vorstand wurde vier Monate später auf der ordentlichen Hauptversammlung am 30.01.1966 in seinem Amt bestätigt:

1. Vorsitzender   Reinhard Kramer   RV Zugvogel
2. Vorsitzender   Heinz Breitkopf   BC Albatros
Kassierer   Ewald Dämmer   RV Zugvogel
1. Schriftführer   Gerd Krauße   RV Zugvogel
2. Schriftführer   Karl Bues   BC Albatros
Rennfahrwart   Fred Kreie   BC Albatros
Jugendwart   Gerd Krauße   RV Zugvogel
Wanderfahrwart   Eduard Sikora   BC Albatros

Die Fusion brachte einen großen Aufschwung mit sich und der Vorstand verstand es, dem Verein wieder zu Ansehen zu verhelfen und junge Fahrer für den Radsport zu begeistern. Der Verein wurde durch einen weiteren Anstieg der Mitgliederzahl auf 106 Mitglieder drittgrößter Verein Norddeutschlands.

Auf gesellschaftlichem Gebiet versuchte der Vorstand durch Stiftungsfest, Schnitzeljagd, Wurstessen, Fahrt ins Blaue, Filmabend und Kappenfest neue Wege zu gehen, um die Mitglieder mehr an den Verein zu binden.

„Umso erstaunter war man im hannoverschen Radsportlager als man vernahm, dass die RVg Zugvogel-Albatros bereits neue Fusionsverhandlungen mit dem RC Schwarz-Weiß führte.

Am 26.09.1967 ermächtigte der erweiterte Vorstand in einer Sitzung in der „Gilde-Quell in Misburg“ Reinhard Kramer, konkrete Gespräche über eine Fusion zu führen. Das erste Gespräch beider Vorstände fand am 18.10.1967 statt (Zitat Chronik). Für Zugvogel-Albatros wurden diese Verhandlungen von Reinhard Kramer, Fritz Kramer, Hermann Lohmann, Dieter Kreie und Ewald Dämmer geführt. Schwarz-Weiß Hannover wurde durch Hermann Wilhelms, Georg Wunner, Heinrich Warnecke, Günter Hilberger und Horst Dreske vertreten. Am 10.12.1967 stimmten die Mitglieder der RVg Zugvogel-Albatros über die geplante Fusion ab. Das Ergebnis war ein überzeugendes „Ja“ bei nur einer Stimme Enthaltung. Am 21.01.1968  fand die Fusionsveranstaltung im Clubhaus des Deutschen Ruderclubs an der Legionsbrücke statt. Auf Vorschlag von Dr. Walter Wülfing, Ehrenmitglied der RVg Zugvogel-Albatros und Vertreter des NOK und des DSB, wurde der § 1 der neuen  Satzung geändert und  nur gegen eine  Stimme erhielt der  Club den Namen

HANNOVERSCHER RADSPORT-CLUB von 1912

Unter Leitung von Ehrenpräsident Hermann Wilhelms und Albert Drews wurde folgender Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender   Reinhard Kramer   RVg Zugvogel-Albatros
2. Vorsitzender   Georg Wunner   RC Schwarz-Weiß Hannover
1. Kassierer   Heinrich Warnecke   RC Schwarz-Weiß Hannover
2. Kassierer   Ewald Dämmer   RVg Zugvogel-Albatros
1. Schriftführer   Günter Hillberger   RC Schwarz-Weiß Hannover
2. Schriftführer   Karl  Bues   RVg Zugvogel-Albatros
Rennsportwart   Herbert Müller   RC Schwarz-Weiß Hannover
Jugendwart   Dieter Kreie   RVg Zugvogel-Albatros
Materialwart   Walter Großmann   RC Schwarz-Weiß Hannover
Wanderfahrwart   Bernd Fronhaeffs   RC Schwarz-Weiß Hannover
Sportwart Damen und Schüler   Günter Hillberger   RC Schwarz-Weiß Hannover
Sozialwart   Hermann Lohmann   RVg Zugvogel-Albatros
         
Kassenprüfer   Friedel Henrichs, Paul Riedel, Karl-Heinz Heinelt
         
Ältestenrat   Fritz Kramer, Julius Schild, Karl Hebel, Lutz Neumann,
    Willi Wolter und Alfred Pflaum

„Presse, Öffentlichkeit und auch die Stadt Hannover verfolgten den weiteren Weg unseres Clubs mit großem Interesse. Der junge Vorstand ging mit viel Idealismus ans Werk, die Aufgaben, die vor dem HRC standen, zum Wohle des hannoverschen  Radsports zu meistern“ (Zitat Chronik).

Lesen Sie weiter: Der Bicycle-Club Albatros von 1897

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